Melih Cevdet Anday (1915)  
 

    Türkische Dichter, Autor und Essay Schriftsteller. Er ist eine der bekanntesten Vertreter der türkischen Zeitgenössicsche Dichtung.

    Er wurde in Istanbul geboren. Sein Vater war Rechtsanwalt. Er beendete im Jahre 1931 die Kadýköy Mittelschule, im Jahre 1936 Ankara Gazi Gymnasium. Obwohl er zuerst zum Juristische Fakultät Ankara, dann zum Sprache und Geschichte Geographie Fakultät eintrat, hat er sie nicht absolwiert. Er ging im Jahre 1938 für Soziologie Studium nach Belgien. Nachdem er dort einer kurze Zeit geblieben war kehrte er, wegen der II. Weltkrieg, wieder zurück. Er begann ab 1942 in der Publikationsdirektion der Nationale Bildingsamt als Berater, in der Bibliothek Ankara als Angestellte und Jornalist zu arbeiten. Er fing im Jahre 1951 bei der Akþam (Abend) Zeitung in Istanbul zu arbeiten. Er hat bei den Zeitungen Tercüman, Büyük Gazete, Tanin und Cumhuriyet Witze geschrieben und die Kunst Seiten verwaltet, Essays geschrieben. Ab 1954 war er Phonetik und StilLehrer bei der Theater Abteilung der Istanbul Stadtsverwaltungskonservatorium, er ging im Jahre 1977 zur Rente von hier. Er hat zwischen den Jahren 1964-1969 bei der Verwaltungsrat der TRT gearbeitet. Er ging im Jahre 1979 nach Paris, als Kultur Berater bei der Generalzentrum von UNESCO zu arbeiten. Er wurde zurückgerufen als sich die Regierung wechselte. Er führte im Jahre 1983 seine wöchentliche Essays in der Zeitung Cumhuriyet weiter.

    Melih Cevdet Anday bekam zu erst mit seiner Drama Mikado‘nun Çöpleri (Abfälle von Mikado) die 1967-1968 Ýlhan Ýskender Auszeichnung. Danach gewann er mit seinem Roman Gizli Emir (Geheime Befehl) TRT 1970 Kunst Auszeichnungen die Roman Auszeichnung. Dies hat die TDK 1973 Übersetzungsauszeichung mit dem Roman Buz Sarayý (Eisschloß) die er von Tarjel Vesaas übersetzte, befolgt. Im Jahre 1976 gewann er mit seinem Gedichtbuch Teknenin Ölümü (Tod des Bootes) die Yeditepe Gedichtsauszeichnung, mit seinem Buch Sözcükler (Wörter) gewann er die Sedat Simavi Stiftung Literatur Preis, mit dem Buch Ölümsüzlük Ardýnda Gýlgamýþ (Hinter der Unsterblichkeit Gýlgamýþ) nahm er 1981 Ýþ Bankasý (Geschäftsbank) Auszeichnung.

    Melih Cevdet Anday hat mit dem Gedichte schreiben im Gymnasium angefangen. Er begann mit seiner Freunden Orhan Veli und Oktay Rýfat aus der Gazi Gymnasium zu ihren ersten Gedichtsproben in diesen Jahren. Das waren die ersten Grundsteine in ihrer Freundschaft, die sich nachher in der „Garip“ (eigentümlich) Bewegung Aufbauen wird. Als sie noch Gymnasiast waren, hatte sich ihr Interesse für die Literatur, durch die Wandzeitung Sesimiz (unser Stimme) gezeigt. Der erste Gedicht von Anday wurde die „Ukte (seelische Schmerz)“, daß in der Zeitschrift veröffentlicht ist. Er hat noch ein oder zwei Jahre bei der gleichen Zeitschrift,in diese Zeit herrschende Gedichtsauffassung nachbeugenden Gedichte geschrieben aber ab 1938 hat er angefangen, seine sich nicht nach Metrum und Reim beugenden Gedichte zu veröffentlichen. Nach dem gemeinsamen Start, Orhan Veli, Oktay Rýfat und Melih Cevdet, bei der Zeitschrift Varlýk, brachten sie dem türkischen Dichtung eine neuer Auffassung. Sie gaben in ihren Gedichten zu den Problemen der kleinen Menschen Platz, ohne auf Lyrismus, Harmonie und Klang Rücksicht zu nehmen, behandelten sie es mit  Einfachheit, außerdem sie gaben in ihren Gedichten zu Themen Platz, die allgemein gemeint wurden, daß sie nicht in Gedicht aufgenommen werden können, sie gaben diesen Themen und Wörter absichtlich die schwergewicht zu. Die Versuche die sie machten, wurde in der literarischen Milieu mit großes Interesse aufgenommen und machte den Weg für Diskussionen frei. In dem neuen Buch die sie mit der Unterschrift von Orhan Veli, im Jahre 1941 herausgaben, das Buch hieß „Garip“, wurden die Grundregeln der neuen Auffassung folgendermaßen erklärt: „Gedicht ist ein Sprachkunst dessen ganze Eigenschaft in seine Darstellung liegt.“ In deisem Schrift wurde vorgeschlagen; daß man die Begrenzungen durch Maß und Reim brechen, sich von der Poetisierung befreien, die Geschmack des Volkes suchen und finden, sich nicht auf klassischen Stile wenden sich von der Versanhänglichkeit befreien und sich auf die Vollkommenheit im Gedicht wenden solle. Garip hat einerseits eine große Interesse und Liebe erweckt, andererseits wurde er zu Kritiken und Verspottungen preisgegeben. Aber es wurde in der allgemeinen türkischen Gedichtslinie ein Sprung der sich in die Zukunft erstrecken wird, unternommen, manche Begrenzungen wurden gebrochen und weggeworfen. In diese Phase kann beobachtet werden, daß Melih Cevdet Anday seine Neigungsrichtungen für die Poetisierung nicht ganz decken konnte, was sie alle Anhänger der Garip gemeinsam ablehnten. Fünf Jahre späte nach Garip brachte er das Buch Rahatý Kaçan Aðaç (Der Baum der seinen Ruhe verloren hat) raus, in dem er einerseits an die Armut und Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft mit eine feine Kritik entgegentritt, andererseits genierte er sich nicht mit der traditionellen türkische Dichtung entfernte Bindungen einzugehen, in dem er die Reim benutzte.

    Anday, in dem Sammelband Telgrafhane (Telegraphenhaus) die aus den Gedichten bestand, die er in der Zeitschrift Yaprak (Blatt) veröffentlicht hatte,sie gaben diesen Zeitschrift  in  den Jahren 1947-1949 selbst heraus,in der sie überwiegend auf die gesellschaftlichen Probleme Platz gaben. In diesen Gedichten wurde die Sprache so weit wie möglich vereinfacht worden, und die Ausdrücke der alltäglichen Sprache des Großstadtmenschen reichlich benutzt. Die Metrum und Reim und die Sprachkünste gehörte wieder zum Bestandteil der Gedichte. In dem Gedicht “Tohum (Samen)”, eine der erfolgreichsten Gedichte dieser Zeit, wurde auf Metrum und Reim großen Wert gelegt. Außerdem ist die ganze Gedicht mit eine halb verborgenen Symbol beladen.

    Man kann beobachten, daß in dem Gedichte Yanyana (nebeneinander), die im Jahre 1956 veröffentlicht wurde, daß man in diese Richtung Fortschritte gemacht hat. Die traditionellen Formen greifen mit Bestimmtheit in die Gedichte ein, in der Gewebe des Gedichtes nimmt der Reim einen herrschenden Platz ein. Versporttung, feine Satire, Lyrismus, Enthusiasmus sind nebeneinander. Auch bei den Wörtern die man benutzt, fällt eine Veränderung auf. Neben der konkreten Begrifffe wie Baum, Meer, Pflanzen usw. die man in den früheren Phasen benutzte, hat man angefangen abstrackte Begriffffe wie Jahrhundert, Welt, Erde, Natur zu benutzen. Während der Dichter über bestimmte Gedanken Nachforschungen anstellt, zeigt er für die fehrlerlose Form die größte Sorgfalt. Während man über die andauernden Umwandlungen nachdenkt, sollte man auch vor den Augen halten, daß die 1950-1955’er Phase der “Garip” Auffassung, besonders unter der Neu-Anfängern, eine außerordentlich verbreitete Wirkung hat und die Neuheiten der frühere Zeiten sich nun veraltet haben. Tatsächlich füllten sich die Seiten der Zeitschriften diese Zeit mit den schlechten Kopien diese Gedichte, die Gedichte wurden mit der Zeit zu eine Lage gebracht, in dem die kleinen Fälle mit einfacher Sprache überträgt wurde und die ganze Kraft des Gedichtes in wenigen Zeilen zusammengepreßt, und  eine Art Erfindung zugesprochen. Die Gedichte sind so aneinander änhlich, daß wenn unter den Gedichte keine Namen stehen würde, könnte man schwerlich voninander unterscheiden, wer diese Gedichte geschrieben hat.

    Melih Cevdet Anday schrieb nach eine Langen Pause nach seinem letzten Buch, im Jahre 1963, Kollarý Baðlý Odysseus (Odysseus mit gebundenen Armen), als er dieser Buch veröffentlichte sah man eine bestimmter Verwirrung unter der Literatenmillieu. Die Platz des frühe offenen, leicht verständlichen und leicht genießlichen Gedichte hatten sich wit der Gedichte, die ihre Themen aus der Mythologie nahm, geschlossen und schwer genüßlichen waren, vertauscht. Die Gedichte sind “Zeitlose” Gedichte, die Nachforschungen über die Entwicklung der Menschheit gegenüber die Natur und Fragen wie: “Wo sind wir? Woher kommen wir? Sind wir ein Ganzes oder Teil?” stellt.

    Wenn man an die Werke Kollarý Baðlý Odyseus und an die nachfolgengen Werke Göçebe Denizin üstünde (Nomanden Über dem Meer) und Teknenin Ölümü (Tod des Bootes) in Zusammenhang nachdenkt, wird deutlich, daß Anday die Pflichten die in seinen Gedichten mitwirken, wie die Übertragung der gesellschaftlichen Probleme und Mahnungen, wird ersichtlich das er durch die Übertragung zum Prosa zu rein gedanklichen Gedicht gelangen möchte. Tatsächlich hat sich in der Türkei sowie im Allgemeinen sowohl auch in der Milieu von türkischen Gedichte, nach den Jahren 1960 einiges verändert, manche Themen die frühe durch die Gedichte zu Sprache kamen, werden nun durch die anderen Fachgebiete zur Tagesordnung gebracht und diskutiert. Anday selbst konnte sich mit seinen Essays und Zeitungsartikeln zu diesen Duskusionen beteiligen und seine Meinungen mitteilen. Andererseits konnte er die Themen, der zum Struktur seine Gedichte nicht passten, sowie die zwischenmenschliche Beziehungen in seinen Romanen, die er ab 1965 zu schreiben begann, behandeln, wiederum konnte er die Konflikte der zeitgenössischen Menschen mit den ansässigen Werte und Regelungen, haben, in seinen Dramen kritisieren. Somit bekamen die Gedichte die Gelegenheit, sich nicht mehr, mit der Übertragung und Verbreitung manche Ansichten zu beschäftigen, sondern sich auf die philosophische Themen, wie Leben, Natur, Welt, Historisität, die sich die Philosophie seit Jahrhunderten auseinander setzte, zu konzentrieren. Er erreichte in der Dichtung auf der formale Ebene fehlerlose, auf der inhaltliche Ebene ziemlich tiefgreifende Gedichte zu schreiben, die sogar für die Philosophie bahnbrechend wirken kann.

    Anday’s Dichtkunst zeigt, wie in seine Gedichtband Sözcükler (Wörter) ersichtlich ist, einen steigenden entwicklunsgrad. Seine Werke wurden auf Russische, Französische, Englische, Bulgarische, Griechische, Serbische und Polnische Sprachen übersetzt, die Zeitschrift Courrier von UNESCO hat, im Jahre 1971, mitgeteilt, daß sie ihn, als einen Literat der mit Cervantes, Dante, Tolstoy, Unamuno, Seferis und Kawabata auf der gleiche Rang steht, sehen.

    Werke (wichtigsten): Gedichte: Garip (mit O. Veli und O. Rýfat Zusammen), 1941; Rahatý Kaçan Aðaç (Der Baum der seinen Ruhe verloren hat), 1946; Telgrafhane (Telegrahenhaus), 1952; Yanyana (Nebeneinander), 1956; Kollarý Baðlý Odysseus (Odysseus mit gebundenen Armen), 1963; Göçebe Denizin Üstünde (Nomaden über der Meer), 1970; Teknenin Ölümü (Tod des Boots), 1975; Sözcükler (Wörter), 1978; Ölümsüzlük Ardýnda Gýlgamýþ (Hinter der Unsterblichkeit Gýlgamýþ), 1981. Roman: Aylaklar (Müßiggänger), 1965; Gizli Emir (Geheime Befehl), 1970; Ýsa’nýn Güncesi (das Tagebuch von Ýsa), 1974; Raziye, 1975. Dramen: Ýçerdekiler (die Drinnen sind), 1965; Mikado’nun Çöpleri (die Abfälle von Mikado), 1967; Dört Oyun (Vier Spiele), 1972. Essays, Reiseberichte: Doðu-Batý (Ost-West), 1961; Sovyet Rusya, Azerbaycan, Özbekistan, Bulgaristan, Macaristan (Sowjet Rußland, Aserbeidschan, Usbekistan, Bugarien, Ungarn), 1965; Yeni Tanrýlar (Neue Götter), 1974; Sosyalist Bir Dünya (Ein Sozialistische Welt), 1975; Dilimiz Üstüne Konuþmalar (Gespräche Über Unser Sprache), 1975; Maddecilik ve Ülkücülük (Materialismus und Idealismus), 1977; Yasak (Verbot), 1978; Paris Yazýlarý (Pariser Schriften), 1982.

    Die Nacht in der Bauernhof

    Wir waren zum Heu holen gegangen, zum Kalwerhof,
    Zehn Wagen, wie schön war die Apfelton des Ufers,
    Gegen Nachmittag hatte es sich verbräunt.
    Die Stille der armen Dörfer hat sich dazu gesellt.
    An der engen Weg des Abends zu uns.
    Wir waren schweigend geblieben flaumige Johannisbrotbaum
    Und Kummers enge Saun entlang, merkwürdig.
    So dann fängt der Soldat zum Singen.
    Wie ein schöne aufwachende Meeresbrise,
    Wie ein halbe Freude, die von der Himmel herabsinkt.
    Wie ein verwirrte Vogel der hinter uns her läuft.
    Zum Wassertank der Nacht fällt ein leeres Stern,
    Wie ein Tannen kiefer dröhnend,
    In der tadellose Stille unsere Pferde,
    Wir sind durch die alten Olivenbäume reingegangen
    Zum verfaulte Gras riechenden Hof, heiß;
    Danach haben wir die Tiere losgebunden, wir ließen sie frei
    Zum endlosen Weide im Dunkel.
    Im Wagen, ich lag auf dem Stroh.
    Wenn die Pferde weglaufen, ich kann nich vergessen,
    Im schlaf habe ich mit ihnen geweidet,
    Meine Augen und meine Lippen waren geschwollen am morgen,
    Giftige Weidenfliege hatte gebissen.
    In meinem Mund knusprige Stroh.
    Ich habe nachgeschaut, vierzig Schritte entfernt von uns die Pferde,
    Sie haben die ganze Zeit nur vierzig Schritte Weg gegangen,
    In dem langen Nacht des schlaflosen Grases.

    (Hinter der Unsterblichkeit Gýlgamýþ, 1981)

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