Osmanischer Komponist.
Er ist der letzte und bedeutenste Vertreter der klassischen
Epoche.
Geboren am 9. Febuar
1778 in Istanbul und starb am 29 November 1846 in Minâ, in der
nähe von Mekke. Da der Vater für sein Lebensunterhalt ein Badehaus
leitet, wurde der Ismail Efendi mit dem Namen Hammâmîzade bekannt.
Doch heutzutage sagt man Dede Efendi zu ihm.
In der Grundschule
die er besuchte wurde er aufgrund seiner schönen Stimme zum
Haupthymnensänger ernannt. Uncuzade Mehmed Efendi, der Zahlenmeister
in Anatolien beschäftigte sich privat mit der Musik und gab
auch zuhause den Interesierten Musikunterricht. Nachdem er bei
einer Feier in der Schule den Hymnengesang von ihm hörte, nahm
er ihn zu seinen Schülern. Nach der Grundschule, hat er sieben
Jahren dem Musikunterricht von Uncuzade weiterbesucht zugleich
hat er mit der Hilfe sienes Lehrers eine Stelle beim Finanzministerium
als Abrechnungssekretär bekommen. Nebenbei hörte er sich in
Yenikapý Mewlewi-Kloster, der zu dieser Zeit der einflußreiste
Kreis der uralten Musiktradition Mewlewi war, die Vorlesungen
des ehrenwerten Musikmeister Þeyh Ali Nutkî Dede an. Er machte
sich auch von den Kenntnissen des Bruders vo Þeyh, dem Musiktheoretiker
Abdülbâki Nasýr Dede gebrauch. Das spielen der Rohflöte hat
er von ihm gelernt.
1798 ließ er seine
Arbeit beim Finanzministerium und entschied sich im Derwischenkoster
an der vierzigtägigen Prüfungs- und Fastenzeit teilzunehmen.
Sein Lied in der Tonlage von Buselik, deren erste Zeile mit
“Mein betrübter Schicksal hängt an deiner Locke” beginnt, hatte
er während seiner Prüfungs- und Fastenzeit komponiert. Der Name
des Komponisten erweckte im Musikkreis von Istanbul großes interesse.
Dieses Lied dessen Ruhm sich sehr schnell in den Städten bereitete
wurde auch im Palast vorgetragen. Als der III. Selim, der selbst
ein komponist war erfuhr, daß das Lied von einem Derwischen
während seiner Prüfungs- und Fastenzeit komponiert wurde, lud
er ihn zum Hofe ein, damit er es auch aus dem Munde des Derwischen
hören kann. Nach diesem wollte er, daß Ismail Efendi unter seinen
Sänger im Palast eintrilt. Aufgrund des großen Interesses des
Sultans hat Nutki Dede ihm das letzte Jahr, der drei Prüfungs-
und Fastenzeit verziehen.
Als er 1799 seine
Prüfung- und Fastenzeit beendete bekam er den Dede Titel. Nachdem
er in Yenikapý ein Zimmer bekam wurde dieser besonders an religiösen
Zeromonietagen ein Ort für Musikbegeistertete, die von seinen
Musikkenntnissen gebraucht machen wollten. Das Stück Hicaz Nakýþ,
was er während dieser Zeit komponierte erweckte großen Aufsehen.
Er wurde erneut in Gegenwart des Sultan gerufen. Danach beteiligte
er sich als Sänger zweimal in der Woche bei der Musik, die innerhalb
einer größeren Gruppe in Anwesenheit des Sultans vorgetragen
wurde. 1802 heiratete er mit einer Frau aus dem Palast.
1804 verlor er seinen
sehr geehrten Meister Ali Nutkî Dede, ein Jahr später seinen
drei jährigen Sohn, 1808 seine Mutter und 1810 seinen zweiten
Sohn. Seine Komposition in der Tonlage von Bayatî, deren erste
Zeile “In meinem Herzen ist der Schmerz einer Knosbe” lautet,
bring den Schmerz über den Tod seines älteren Sohnes zum Ausdruck.
Diese Trauerode in der zum erstenmal in der türkischen Musik
individuelle Themen beorbeitet wird, kann vor der (reformistischen)
Tanzimat- Periode als eine Zuwendung zur individuellen und emotionalen
Ebene betrachtet werden. Es ist enine Wiederspieglung einer
für sich persönlichen romantischen Sensibilität in die Musik.
Während der einjährigen
Herrschaftszeit des IV. Mustafa, der nach dem entthronen und
der Hinrichtung des III. Selims um 1908 den Thron bestieg, hob
er die musikalischen Vorträge im Palast auf. Wobei der III.
Selim Ismail Dedes musikalischen Tätigkeiten unterstützte. So
wurde hiermit Ismail Dede vom Hof entfernt. Nachdem der II.
Mahmud die politischen Konflikte liste wurde er zum Palast zurückgerufen.
In den Jahren wo er zuerst als königlicher Kammerherr, später
als Hauptgeistlicher tätig war, waren seine erfolgreichsten
und ergiebigsten Jahre. Während der Herrschaftszeit von Abdülmecid
hatte er sein Platz im Palast bewahren können. Nach seinem Stück
“Erfreuliche Zeremonie” im Jahre 1839 beobachtet man in seinem
Künstlerleben eine ersiehtliche Stillphase. Nach seiner Ansicht
und seinem Verhalten hatte er den Palast von Abdülmecid as sehr
ungewohnt empfunden. Die Stimmung, die Musik im Palast wurde
plötztlich europäisch. Der Sultan wuchs mit europälscher Musik
auf. Die türkische Musik im Palast wurde aus offiziellen Gründen
fortgeführt. Dieses führt dazu, daß sich Dede vom Palast entfernte.
Er ging mit der Genähmigung des Sultans mit seinen Schülern
Mutafzade Ahmed und Dellâlzade geneinsam zu der Wallfahrt nach
Mekkâ. Nachdem er in Hedschas zum Hadschi wurde bekam er die
Kolera und starb in Mekka. Er wurde in Mekka bestattet.
Ismail Dede lebte
in einer der erdrückensten Phasen des osmanischen Reiches. Er
wuchs in einer Zeit der Zivilisations- und Kulturveränderungen
auf, worin eine zunehmende Dekadenz der Gesellschaft sich vollzog.
Er sah die blutigen Folgen der Reformationsbewegungen. Der begrenzten
Westorientierung von Selim den III. folgte die sowohl östliche
als- auch die westliche Orientierung des II. Mahmud und diesem
folgte zuletzt der vollkommene Verwestlichungsgedanke des Abdülmecids.
Die wichtigsten Ereignisse seiner Zeit waren Der Aufstand von
Kabakçý Mustafa, die Hinrichtung des III. Selims, das Ereignis
von Alemdar, die Aufhebung des Yeniçeri Ocaðý (Soldaten des
Sultans), ie erste oltizrelle Bildung in westlicher Musik mit
der Gründung von Muzika-yý Hümayûn, anstatt einer Milltärskapelle,
(reformistische) Tanzimat- Periode. Diese Veränderungsphase
führte in seiner Lebens- Kultur- und Kunstauffasung zu Wiederspruchen
von “neu” und “alt” “traditionel” und “fremd” herbei. Diese
Wiedesprüchlichkeit in der Musikwelt, die zwei Jahrhundertelang
zu beobachten waren, führte schon während der Lebenszeit von
Dede zu großen Spannungen. Die Gegensätzlichkeit und Unruchen
der Zeit haben auch seine Musik beeinflußt.
Der Ismail Dede wuchs
in der Mewlewi Tradition auf, war aber auch gleichzeitig ein
Mann aus dem Palast. Seine Kunst entwickelte und gedeihte in
der lebhaften Musik des Mewlewi- Kloster in Yenikapý und im
Palast. Auf der anderen Seite war er ein Stadtbürger, als ein
Volksbürger von Istanbul besuchte er auch die Unterhaltungsgesellschaften
von Istanbul und legt auch auf leichte, softe Musik wert. Er
lernte rumenische Lieder und Grenzlieder. Die fröhlichen Tanzlieder,
Lieder, leichte Lieder, waren vielmehr den Stadtbürgern gerichtet
als den Palastherrschaften. Einige hatten mit einem größeren
Hörerkreis eine “Stadtmusik” hervorgebracht. Nur, sein Interesse
für Volksmusik war nicht nur bei leichten Stücken zu beobachten.
Bei einigen Komponisten wurde der Volksgeschmack mit der Wiedersppieglung
der Volksmusikmotiven in einigen Formen begrenzt. Wobei dies
bei Dede als eine ihm persönliche Besonderheit in all seinen
Werken herrschet. Neben den nicht religiösen verschiedenen Werken
in großen Formen, gibt es auch Abschnitte in den Mewlewi Zeromonien,
die mit Volkmelodie Stil Komponiert sind.
Seine Werke, die
ein Resultat dafür sind, daß er für jede Art von Musik offen
steht, sind gleichzeitig auch eine umfangreiche und vortreffliche
Zusammenfassug der bisherigen Entwicklung der türkischen Musik
in jeder Richtung. Nach Ýtri gab es keinen anderen komponisten
der wie Dede alle Musikrichtungen verenigen konnte. Er konnnte
mit seiner immermehr sich fortschreitenden stilistischen Meisterhaftigkeit
die gesammten Feinheiten der klassischen Art wiedergeben. Allgemein
blieb er beim klassischen Stil, doch er versuchte gleichzeitg
auch eine Neuheit zu bringen, was bei den anderen Künstern überhaupt
nicht zu beobachten ist. Diese Besonderheit, was eine andere
Selte seiner Kunstauffassung ist, ist das Ergebnis des Willens,
den klassischen Stil aus sich selbst heraus zu verändern. Dieser
Versuch eine Veränderung, ausbereitung und Entwicklung des klassischen
Stils gab es auch vor ihm;
Die Neuheiten sieht
man vorerst in den Melodien. Religiöse und nicht religiöse Musik
ist bei ihm eine Ganzheit. Diese beiden gegensetzlichen Melodien
vereinigen sich in vielen von seinen Werken innerhalb einer
Zeile. Die beeinduckenste Seite seiner Musik ist mit der meisterhaften
Herstellung diesen Gleichgewichts verbunden.
Die Modulationskundst
ist einer der gültigsten Maßstäbe dafür, um in der türkischen
Musik den Stil und die Persönlichkeit der Komponisten voneinander
zu unterscheiden. Dies ist ein Produkt seiner eigenen Technik,
worin er selbst ein Meister ist. Seine wichtigste Eigenschaft
hierbei ist, von den traditronellen, Modulationsarten abzuweichen.
Ohne es dem Hörer bewußtwerden zulassen, versucht er die gemeinsamen
Töne zwei verschiedener Tonlagen zu finden, wobei er dabei auf
eine verblüfende doch natürliche Weise die Tonlage wechselt.
In seinen Kompositionen
begegnet man Modulationsbeispielen, die zuvor nicht angewandt
wurden. In der Beweglichkeit, die durch die Vielfältigkeit der
Tonlagen erzeugt wird, läßt das Heben und das Senken des Lauf
der Melodien der Musik eine aus sich selbst hervorgehende betonende
Erzählung gewinnen. Diese Neuheiten, die die traditionellen
ormen erzwingen bereichern seine Werke.
Aufgrund seiner Hellhörigkeit,
zeigt seine reformistische Seite eine, Bereitschaft für den
romantischen Stil. Der Kalssische Stil hatte eine distanzierte
Haltung, wo den individuellen Gefühlen kein Platz eingereicht
wird. So brachten die Linien Seiner Melodien die Besonderheiten
der Romantiker zum ausdruck. Die Sehnsucht nach der Vergangenheit,
Annährung an den Volkgeschmack waren all die Besonderheiten
diesen Stilles.
Das Interesse zu
der westlichen Musik war eine andere Seite seiner reformistischen
Auffassung. Mit der Gründung der Muzika-yý Hümayûn‘un hatte
er die Möglichkeit bekommen im Palast die italienische Musik
zu hören. In einigen Werken von ihm insbesondere in dem Lied
Rast Kâr-ý Ner- gab er den Qalzer Rhythmus mit der in der Tradition
vorhandenem drei Phasen vierzeiliger Gedichtsmaß wieder- „Wieder
ein Rosenzweig...“ sieht man eindeutig den Einfluß der westlichen
Musik, die er nur mit dem Gehör zu begreifen versuchte. Obwohl
er sich mit der Mehrtönigkeit des Westens nicht beschäftigte,
hat er trotz all dem den Bau der Melodie dieser Muzik als einen
Teil seiner eigenen wahrgenommen, daher können diese Art von
Lieder von ihm harmonisiert werden.
Wenn man die Kunst
des Dedes aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet kann man
sehen, daß er unterschiedliche Bestandteile in einer natürlichen
Form miteinander verschmolzen hat. Man könnte sagen, daß der
Chous seiner Zeit in seiner Kunst zu einer Vereinbarung gelangt.
Seine Musik ist sowohl weltlich als auch religiös und mystisch.
Wie sehr er an den Traditionen gebunden war, war er auch für
die Entwicklung dieser. Als er die höhere Klasse ansprach, war
er nicht vom Volk fern. Er konnte das Alte mit dem Neuen verschmelzen
ohne es zu verachten. Der Sinn seiner Kunst ist die Vereinigung
der Gegensätze. Das er noch in fünfzig und hundert Jahren mit
seiner Musik die Menschen anspricht hängt nicht nur von seinen
künstlerischen können sondern von seiner Funktion als. Verbindungsbrücke
zwischen dem alten und dem neuen Geschmack ab. Aufgrund dieser
Eigenschaft hat er auch eine wichtigte stellung in der Geschichte
der türkischen Musik.
Ismail Dede war einer
der ersten Komponisten, die innerhalb der Tradition die Stimme
des Eizelnen erreichte. Daher wird sein Stil als „Die Art von
Dede Efendi“ genannt. Er beeinflußte alle die nach ihm folgenden
Komponisten, die sich den klassischen Stil ameigneten. In den
unterschiedlichen Quellen wird er als unvergleichbarer Kantor
angesehen. Auch als ein orientalischer Sänger, hat er alle Werke
der türkischen Musik die an ihn gelangten gelernt. Das was er
lernte brachte er auch seinen Schülern bei und die Schüler dere
haben dann den wichtigsten Teil von diesen in Notenschriften
aufgezeichnet.
So wurde dies zu
den ältesten Quellen die es ermöglichten, daß das Repertoire
der klassischen Werke Ismail Dedes unsere Generation erreichten.
Außerdem hat er die Tonlagen wie „sultanîyegâh, neveser, sabâbuselik,
hicazbuselik, arabankürdî“ neu bearbeitet.
Dede Efendi hat Kompositionen
fast in allen Formen. Mewlewi Zeromonien die zu den besten Werken
von ihm zählen, sind auch aufgrund ihrer Entwicklung in der
Musik und bei der Wiederspieglung der Eigenschaften auf eine
deutlichere Art u. Weise sehr bedeutend. In jeden seiner Werke
kommt eine andere Besonderheit von ihm zum Auselruck. Wie auch
bei den anderen komponisten gingen viele seiner Werke verloren
oder gerieten in Vergessenheit, doch mehr als 270 Werke wurden
ihrer ursprünglichen Form bis in die Gegenwart aufbewart. Somit
wird er zu einem Komponisten, der den größten kalssischen Repertoire
besitzt.
Werke (die wichtigsten):
Zeronoien in sabâ, nevâ, bestenigâr, sabâbuselik, hüzzam,
ýsfahan (verloren), ferahfeza Tonlagen; In der ferahfeza Tonlage
sind sultanîyegâh, arazbar, bestenîgâr, nevâ, ýrak, sabâbeselik,
hicazbuselik, hisarbuselik, evcbuselik, rast-ý cedid; In der
þevkafza Tonlage sind (mit dem Kömürcüzade Mehmed Efendi zusammen)
neveser, pesendide; Buselik Takým (mit Dellâlzade Ismail Efendi
zusammen); Ferahnâk Takým (mit Þakir Aða zusammen); Mâhûr Takým
(mit Eyyubî Mehmed Bey zusammen); Rast Kâr-ý Natýk, Rast Kâr-ý
Nev; Peþrev bi zu 70 Stück; Werke in Form von Hymnen k-âr, beste,
aðýr semai, yürük semai, þarký, durak und tevþih.
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