Bedri Rahmi Eyüboglu (1913-1975)  
 

    Türkischer Maler und Dichter, die ausgesuchten Motive aus traditioneller Ornamentik und künstlerische Handarbeiten wurden von ihm erfolgreich zu einer Synthese bearbeitet.

    Er wurde in Görele geboren. Am 21. September 1975 in Istanbul gestorben. Er war das zweite Kind seiner Familie. Wärend seiner Studienzeit im Trabzon Gymnasium wurde er Schüler von Kunstlehrer Zeki Kocamemi, der im Jahre 1927 zu dieser Schule versetzt wurde. Durch den Einfluß seines Unterrichts und die Aufmunterungen des Schuldirektors ging er im Jahre 1929 nach Istanbul, um sein Studium bei der kunstakademie Istanbul (jetzt Universität Mimar Sinan) fortzuführen. Er wurde hier Schüler von Nazmi Ziya und Ýbrahim Çallý. Im Jahre 1930, bevor er sein Studium beendete, ging er nach Paris, zu seinem Bruder Sebahattin Eyüboðlu. Dort führte er seine künstlerische Tätigkeiten bei André Lhote fort. Hier lernte er auch seine spätere Ehefrau, Rumänin Eren Eyüboðlu kennen.

    Nach dem er in seine Heimat zurückkehrte, beteiligte er sich, im Jahre 1934, an der vierten Ausstellung der Gruppe D, mit dreizig Bildern. Er hat im gleichen Jahr seine erste persönliche Ausstellung in Bukarest eröffnet. In dem Diplom-Wettbewerb, im Jahre 1934, an dem er sich betiligt hatte, wurde er der Dritte. Da er seinen Abschluß nicht mit diesem Ergebnis machen wollte, arbeitete er bei der Bau der Eisenbahn Çerkeþ als Übersetzer, während er sich für den Diplom-Wettbewerb neu vorbereitete, außerdem arbeitete er bei der Tekel Generaldirektion. Bei dem Diplom-Wettbewerb, im Jahre 1936, wurde er mit der Komposition „Hamam“ (türkische Bad) erster. Im gleichen Jahr beteiligte er sich zu der Ausstellung zeitgenössische türkische Kunst, der in Moskau veröffentlicht wurde. Im Jahre 1937 wurde er, mit Cemal Tollu zusammen, Assistant von Léopold Lévy. Leiter der Kunstakademie. Im Rahmen des Kulturprogramms des CHP (republikanische Volkspartei) ging Bedri Rahmi mit einigen Malern, im Jahre 1938 nach Edirne, im Jahre 1941 nach Çorum, um zu malen. Bei den Malereien dieser Zeit sind für die Anatoilen eigene Erscheinungen, wie: Dorf Cafes, Kutschenwege, Braute die Ölweide tragen, beherrschend.

    Nach den 40‘er Jahren wandte er sich zur Wand-Malereien zu. Seine erste Wand-Malerei malte er im Jahre 1943 in Istanbul, für die Schwimmbad Lido im Ortaköy. Im Jahre 1947 eröffnete er seine eige Werkstatt und Gemälde- Galerie in Istanbul. Im jahre 1950 wurde in Ankara, all seine bisherigen Phasen umfassender Ausstellung eröffnet. Bedri Rahmi ging im gleichen Jahr nochmals nach Paris und hat im Menschen-Museum (Musée de l‘homme) die Kunst der primitiven Stämme untersucht. Diese Nachforschungen haben bei ihm den Weg für die Gedanken, daß “Schön“ gleichzeitig "Nützlich“ sein kann und die "Nützlickeit“ die Kraft der "Schönheit“ nicht mindern werde, eröffnet. Diese Denkweise hat seinen späteren Kunstanschauung im ganzen beeinglußt und geleitet.

    Im Jahre 1950 fing er mit dem Mozaik-arbeiten an. Im Jahre 1958 verwirklichte er für die Internationale Brüssel Ausstellung, einen 272 m2 Mozaik-Malwand und gewann mit dieser Malwand den großen Preis, das Gold-Madaillon. Ein Jahr danach verfertigte einen 50 m2 Mozaik-Malwand, für das NATO Gebäude in Paris, daß jetzt in Brüssel steht. Er ging zwei mal nach USA, in den Jahren 1960 und 1961. Er beteiligte sich an den vielen Ausflügen, gab Vorträge und malte. Er gewann, in Sao Paulo Bienali, im Jahre 1969 (zwei jährige Ausstellung) das Ehren-madaille. Außerdem wurde er im Jahre 1940, bei dem Staatlichen Gemälde,- und Skulpturen Ausstellung, im Bereich der Malerei, dritter, im Jahre 1943 im vierten der gleichen Ausstellung zweite und auch im Jahre 1972, in der 33. dieser Ausstellung gewann er den ersten Preis. Im Jahre 1976 wurde Postum eine Ausstellung in Istanbul, im Staatliche Kunst Akademie, der zu seinen Namen veranstaltet wurde, gedänkt. Im Jahre 1984 wurde in Istanbul mit dem Namen „von allen Zeiten Bedri Rahmi“, eine gesammelte Ausstellung veranstalltet.

    Nach den ersten Jahren in der Akademie machte Bedri Rahmi seine ersten Kenntnisse in der Akademie von André Lhote in Paris, trotz dieser Ausbildung konnte er die kubistisch-kontruktive Art von André Lhote sich nicht an eignen, denn er empfand sich den Dufy und Matisse noch näher. Als er aus Paris zurückkam, konnte man bei den Bildern, den er in seinen Reisen durch die Anatolien und europäische Türkei malte und bei den Aussichtsbilder aus Istanbul, die Wirkung von Dufy‘s Farbtönen und Linien Einflüsse sehen. Der sich von diesen Einflüßen befreiende Bedri Rahmi, fängt an, die Volkskunst als eine stabile Guelle anzusehen. Ausgehend von der Volkskunst, suchte er neue Ausdrucksarten. Er ließ sich auch von Miniaturen insprieren. Die geometrische und abstrakte Formen der Anatolische Kelims, Harmonie der Verzierungen und Harmonie der Farbtöne bei kunstvollen Emailarbeit, gestickte Vorhänge oder Decken, große Doppeltaschen, gebatikte Kopftücher und Sorken wurden als Quelle benutzt, und malte Bilde, die bei dene die Motive an Schwergewicht gewinnnende verzierende Verhalten. Nur er gab sich mit dem Benutzung der Motive in den Gemälden nicht zufrieden, er ging auch zur Nachforschungen bei Farbtänen und Materialien. Er gab Kupferstich, Mozaik, Skulpturen und Keramik ausprobierte. Wiederum wandte   er sich dem Tätigkeit der Baumwolldurck, er arbeitete an Stoffdrukerei, er führte diese Arbeiten mit seinen Schülern fort.

    Nach seinen zwei jährigen USA aufenthalt, trotz durch seine Anwendung zur verschidenen Materialien abstrakte Bilde und Farb-Kombinationen, in den letzten Jahren kehrte er von neuen zu seinen alten Themen zurück. Er verwendete seine Erfahrungen über die Spiesgeigen, über nacht gebauten Häuse (Gecekondu), Herbergen, eigene Porträts, Fische und Cafes, neue Farb und Geusebe und mit der Neigung zum Naturschafte er meisterhafte und gelungene Beispiele seine Kunst. In seinem Werken, die auch zeitgenössische Bilderbestandteile in sich tragen, kann man beobachten, daß je mehr sie sich dem abstrakten annähern desto mehr wandeln sie sich zu „Stickereien“.

    Bedri Rahmi hat sein Kunstlehrer- Stellung, die er im 1927 antrat, bis zu seinem Tode weitergeführt. In seinem Atelier in der Akademie bildete er unzählige Schüler aus, von diese Sicht aus wurde er für die zeitgenössisch türkische Malerei auch sehr wirksam und nützlich.

    Bedri Rahmi hatte im Jahre 1928, als er noch ein Gymnasiast war, mit Dichten angefangen. Ab 1930 wurde seine Gedichte in den Zeitschriften Yeditepe (Sibenhügel), Ses (Stimme), Güney (Süd), Ýnsan (Mensch), Inkilapçý Gençlik (Revulotuinäre Jugend) und Varlýk (Sein) veröffentlicht. Die Bewunderung, die er gegenüber der türkschen Volksliteratur, Märchen, Gedichte und Assagen empfand, hat sich an seinen Gedichten ausgewirkt. Die Grund-stoffe, die er von der Volkssprache und Volksgedichte nahm benutzte er auf sein eigen Art, und er führte seine Bemühungen, sich der Volkssprache zu nähern, bis zum Ende fort. Mit diesen Eigenschaften zeigen seine Gedichte eine große Ähnlichkeit mit seinen Bilden. In seinen Reiseberichten und Essays, die er mit einer fließende und angehenme Sprache schrieb, hat er immer seine Ansichten über die türkische Volkskultur und Volkskunst dargelegt.

    Seine (wichtigsten) Werke: Bilder: Paris, 1930; Mustafa Eyüboðlu, 1933; Geschriebene Stilleben, 1936; Dienstag Basaar, 1938; Eren, 1940; Beschlagene Ochse, 1947; Denkende Mann, 1953; Bäverin, (Zug-Schlafwagon), Gemälde und Skulptur Museum Istanbul; Beeren- Verkäufer, 1954; Hockend Bauer, 1972; Pappeln von Ankara, 1973; Hacý mit dunkel Violetten Käppchen, 1974; Letzte Kaffee, 1975; Anadoluhisarý, Gemälde und Plastik Museum Ankara; Akt; Inneres Teil des Hauses, Gemälde und Plastik Museum Istanbul; Herberge, 1975; Letzte Gemälde.

    Wond Malerei: Wandmalerei bei der Schwimmbad Lido, 1943; Ortaköy, Istanbul; Wandmalerei bei der Hilton Hotel; Wondmalerei bei der Divan Hotel.

    Mosaik-Tafel: Für die International Ausstellung Brüssel, 1958: Mosaik-Tafel für die NATO Gebäude, 1959; Brüssel, Keramik Tafel für die Arbeilerversicherungskrankenhaus, 1959; Samatya/ Istanbul; Keramik-Tefal bei der Etibank-Bau, Ankara; Mosait-Tafel an der Marmara Hotel, Ankara; Mosaik Tafel an der Bau von Vakko-Fabrik, Topkapý/Istanbul.

    Wandrelief: Wandrelief bei der Manifakturwarenmarkt, Unkapaný/ Istanbul; Wandrelief bei der Geschäftshaus Aksu, Karaköy/Istanbul.

    Gedichte: Briefe an den Schöpfer, 1941; Schwarze Maulbeer 69, 1969; Fall dich schwarze Kupper füll dich, 1974, Gesammelte Gedichte; Leh habe gelebt (Postum), 1977.

    Reise und Essay: Mein geliebte Anatoilen 1953; Getrocknete Kuhmißt, 1975; Tollkopf, 1975; Beim Beginn zu malen, (Postum) 1977.

    Honografhie: Nazmi Ziya, 1937

    Bilder Album: Tausendund eine Bedros (Postum) 1977, Schwarze Haulbeer (Postum)1979, Babatomiler (?) (Postum), 1979.

    as Eid, was im Vorraum des Ateliers von Bedri Rahmi HängtIch schwöre, daß ich alles studieren werde Was bis zu diesen Tagen, im Bereich der Malkunst

    Alles gemalt wurde.
    Unter denen, die sich in der Welt durchgesetzt haben,
    Die zu auslesen, die mich am meisten fesseln.
    Meine eigenen Untersuchungen und Proben,
    Dazu fügen werde.
    Das gewohnte, klischee-mäßige, das mühelose,
    Klischeehafte, durczerkaute, geschmacklose,
    Zu jeder Linie die von meiner Hand entsteht
    Jeden Fleck
    Jeden Farbton
    Jeden Tupfer
    Meinen Verstand
    Meine Erfahrungen
    Meinen Kummer
    Mein Leben, mein Herz einsetzen werde.
    Die Luft die ich atme, das Wasser das ich trinke, die Erde die ich betrete
    Ich scwöre
    Über meine Augen, meine Ohren, meine Nase
    Meine Hände, mein Rücken, meine Zunge, meine Haut.
    Ich schwöre
    An dem Tag, an dem ich dieses Eid breche,
    Werde ich von hier wegschreiten.

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