Eine der wichtigsten Besonderheiten von
Landkarten liegt in der richtigen und verständlichen Wiedergabe
von Reliefs, die die Ansichten vertikaler Oberflächenbeschaffenheit
der Erde darstellen. Zu diesem Zweck können solche Zeichen-
und Darstellungstechniken wie gleichhohe Krümmungen, Schraffierungen,
Farbabstufungen, Schattierung und Reliefdarstellung von
Flächen einzeln oder im Zusammenhang Verwendung finden.
Reliefkarten sind Landkarten, die die Beschaffenheit der Erdoberfläche
wie in der Natur vorhanden in dreidimensionaler Weise darstellen
und aus Karton, Segeltuch, Wachs, harzigem Wachs, Gips oder
Plastikverbindungen hergestellt sein können. Die Erdoberfläche
ist auf dieser Art Landkarten in dreidimensionaler Abbildung
wiedergegeben.
Die hier besprochenen "Historischen
Reliefkarten der Türkei" haben ihren Platz als eigenständige
Beispiele innerhalb solch weltweit praktizierter Kartografie
bereits eingenommen. Jede dieser Karten kann fast als ein
Gemälde betrachtet werden, das als unvergleichliches und
beeindruckendes Kunstwerk durch seine Schriftverzierung,
seinen Rahmen und die Rahmendekoration besticht. Auf einigen
dieser Landkarten sind in Ölfarbe gehaltene Bilder von wichtigen
historischen Ereignissen oder religiösen Stätten zu sehen,
und Inschriften vermitteln uns Informationen über die hier
stattgefunden habenden Ereignisse. Die in Ölfarbe gehaltenen
Bilder und Inschriften zeugen in der Sorgfalt ihrer Ausführungen,
die mit den Arbeiten eines Juweliers vergleichbar sind,
von grenzenloser Vaterlandsliebe der Kartografen. Die hier
als erstes Beispiel für diesen Kunststil angeführte "Reliefkarte
von Canakkale" ist neben ihrer vollkommenen Schönheit
durch ihre beigefügten Erklärungen ein Zeugnis für die Ereignisse
um die Schlacht von Canakkale. Diese Karte ist somit als
historisches Dokument zu deuten, das durch seine Erklärungen
in Wort und Bild die Stellungen der feindlichen Armeen zueinander,
ihre Verluste und die daraus resultierende Wiederbelebung
der Allierten Seestreitkräfte, die am 18. März 1915 mit
dem Sieg von Canakkale gekrönt wurde, dem Betrachter nahebringt.
Weitere eigenständige Beispiele der Reliefkartenkunst sind die hier
angeführten "Reliefkarte der Inseln Kreta und Rhodos",
die aus Anlaß des Besuches des deutschen Kaisers Wilhelm
II. in Palästina gefertigte "Reliefkarte von Anatolien"
und die "Reliefkarte von Jerusalem und Palästina",
die durch ihre interessanten Bildbeigaben die Ausdehnung
der geografischen Gebiete und der Kulturen des Osmanischen
Reiches zeigen.
Ein Teil der Reliefkarten wurde in der Form von Gebiets- oder Regionalkarten
angefertigt, die z.B. Auskunft geben über die "Meerenge
von Canakkale", den "Kaukasus", die Stadt
"Edirne", die "Inseln Kreta und Rhodos".
Andere Karten dagegen beschreiben größere geografische Gebiete
und sind entweder in der Form mehrerer Landkarten gleichen
Ausmaßes oder als eine aufeinanderfolgende Serie von Landkarten
konzipiert.
Eine solche Kartenserie wie die zuletzt erwähnte umfaßt z.B. 42 Reliefkarten,
die das Gesamtgebiet Osteuropas beschreiben : bildlich dargestellt
werden Thrakien, Griechenland, Bosnien-Herzegowina, Serbien,
Bulgarien, Rumänien und ein Teil Österreichs. Von dieser
aus 42 Karten bestehenden Serie sind aber leider nur 13
Stück auf uns gekommen. Von Reliefkarten, die Einzelgebiete
beschreiben, sind 23 erhalten; diese werden in verschiedenen
Institutionen aufbewahrt. Nach umfangreichen Forschungsarbeiten
konnte die Existenz von insgesamt nur 36 Reliefkarten festgestellt
werden, von denen sich vier in der Schule für Kriegswesen
und Armeeführung, neun im Militärmuseum, drei im Museum
des Topkapi-Palastes und insgesamt 20 bei der Allgemeinen
Kommandantur für das Landkarten- und Vermessungswesen befinden.
Das Herstellungsjahr der im Generalstabspräsidium aufbewahrten
Karten liegt stets nach 1925; eine darunter befindliche
Karte ist nicht-türkischen Ursprungs. Aus diesem Grunde
können diese nicht als "Historische Reliefkarten der
Türkei" bezeichnet werden.
Mit Ausnahme von 2-3 Karten sind alle übrigen in sehr gut erhaltenem
Zustand. Die in der Allgemeinen Kommandantur für das Landkarten-
und Vermessungswesen befindlichen Karten wurden im Jahre
1966 aus dem Militärmuseum nach Ankara verbracht und von
Ing. Hauptmann Nusret Gülün meisterhaft restauriert. Auch
später erfuhren diese Karten eine ständige Wartung und Pflege.
Mit Ausnahme der jüngst aufgefundenen "Reliefkarte
von Edirne" sind alle in sehr guten Zustand erhalten.
Auch die im Militärmuseum befindlichen Karten sind mit Ausnahme
der von Plevne und der Karte, die die Istanbuler Meerenge
sowie ihre Umgebung zeigt und deren Ecken beschädigt wurden,
gut erhalten. Desgleichen sind die Karten der Schule für
Kriegswesen und Armeeführung gut erhalten.
Die Anfertigung von Reliefkarten in der Türkei geschah innerhalb der
historischen Entwicklung des Landkartenwesens sowie deren
Erfordernissen gemäß in verschiedenen Abschnitten. Nach
dem russisch-osmanischen Krieg von 1877-1878 wurde im Jahre
1880 die dem Generalstabspräsidium unterstellte "5.
Abteilung" mit der Anfertigung solcher Karten und anderen
Vermessungsaufgaben betraut. Von da ab wurde dem Landkartenwesen
große Bedeutung beigemessen. Während man einerseits darauf
achtete, menschliche Ressourcen zu fördern, die in der Lage
waren, bei ihrer Arbeit neueste Technologien anzuwenden,
bemühte man sich andererseits, neue Geräte und Materialien
für diese Arbeit herbeizuschaffen. Das Ziel war eine die
Bedürfnisse des Landes deckende Landkartenproduktion.
Zu Anfang der 1880'er Jahre wurde besonders innerhalb der Schule für
Kriegswesen und Armeeführung mit dem Ziel einer Verbesserung
der Ausbildung zum Landkartenvermesser sowie der Erfüllung
taktischer Bedürfnisse unter der Leitung von Lehrern und
Ausbildern, die selbst ein Studium in Topografie und Landkartenvermessung
genossen hatten, der Herstellung von Reliefkarten besondere
Aufmerksamkeit gewidmet. Nch 1884 traten taktische Bedürfnisse
in den Vordergrund und ermöglichten eine weitergehende Entwicklung
der Landkartenherstellung. Aber dieser Zustand nahm nur
bis etwa 1900 seinen Fortgang; danach verringerte sich das
Interesse und die Bedeutung, die man der Landkartenherstellung
beimaß. An die Stelle o.e. Karten traten nun gezeichnete
Landkarten, deren Entwicklung man aber mit Sorgfalt verfolgte
und die zu einem eigenen Zweig der türkischen Landkartenproduktion
wurden.
Das jüngste Beispiel einer historischen Reliefkarte der Türkei stammt
aus dem Jahre 1919 und wurde auf besonderen Wunsch als Erinnnerung
an die Schlacht von Canakkale von Brigadegeneral Halil Ibrahim
angefertigt; es ist dies die "die Meerengen von Canakkale
und die dortigen Kriegsschauplätze zeigende Reliefkarte"
im Maßstab 1 : 25.000.
Bis zur Einrichtung einer der Landvermessungskommandantur unterstellten
"Einheit für Reliefkarten" im Jahre 1966 wurden
außer einigen besonderen Arbeiten keine weiteren Reliefkarten
hergestellt. Heutzutage arbeiten in der erwähnten Filiale
ausgebildete Soldaten und anderes Zivilpersonal unter Benutzung
von Computern und anderen entwickelten Geräten und Handwerkszeugen
an der Herstellung von Reliefkarten der Türkei.
Die Meerengen von Canakkale und die
dortigen Kriegsschauplätze zeigende Reliefkarte :
Besonderheiten
: Diese Karte zeigt vor allem das Gebiet um die Meerenge
von Canakkale und die Halbinsel Gelibolu (Gallipoli). Sie
wurde vom in den Ruhestand versetzten Brigadegeneral Halil
Ibrahim aus dem Istanbuler Stadtteil Cerrahpasa angefertigt.
Der hölzerne Untergrund ist mit Stoff überzogen, und Meere
sowie Seen sind mit blauer Farbe kenntlich gemacht. Der
Untergrund ist dem natürlichen Untegrund gemäß aus einzelnen
Lagen geschnittenen Kartons, die übereinander geklebt wurden,
gefertigt; die so entstandenen Zwischenräume wurden mit
geharztem Wachs gefüllt und ihrer natürlichen Form gemäß
modelliert. Um die Verschiedenheiten der Oberfläche des
Modells anzudeuten, wurden diese mit verschiedenfarbiger
Ölfarbe gestrichen. Inschriften von Hand wurden direkt auf
die Kartenoberfläche aufgetragen. Zusätzliche Informationen
und Erklärungen wurden auf gesondertes dekoratives Papier
geschrieben und dann an den entsprechenden Orten auf der
Karte befestigt. Die Karte ist von einem 4.5 cm breiten,
einfach gehaltenen glatten Holzrahmen eingefaßt.
Auf der Karte sind vier gesonderte Informationen festgehalten, die
selbst nicht unmittelbar in Verbindung mit den dort festgehaltenen
Ereignissen stehen :
1. Das Sultanssiegel von Sultan Mehmet Resad und das Canakkale-Gedicht;
2. Die Beteiligung der Allierten Flotte an der Schlacht von Canakkale;
3. Eine allgemeine Karte des Marmara-Meeres in kleinem Maßstab;
4. Ein Bericht über den Sieg von Canakkale am 18. März 1915.
Informationen über die am 18. März 1915 stattgefunden habende Schlacht
von Canakkale sind am unteren Rand der Reliefkarte in zwei
Spalten angebracht.
Reliefkarte der Istanbuler Meerenge
:
Besonderheiten
: Diese Karte zeigt auf sehr eindrucksvolle Weise die Meerenge
von Istanbul und die zwei sich dort berührenden Kontinente,
Europa und Asien, außerdem einen Teil des Schwarzen und
des Marmara-Meeres.
Das Modell besteht aus Wachs, der auf einen Pappboden aufgetragen und
mit Pflanzenfarben eingefärbt wurde. Die Meere wurden mit
Hilfe blauer Farbe, die auf das auf dem Pappboden gespannte
Tuch aufgetragen ist, kenntlich gemacht. Geografische Einzelheiten
sowie Siedlungsgebiete sind auf der Karte mit eleganter
Schönschrift vermerkt.
Es ist nicht bekannt, von wem diese Karte stammt. Auch der Rahmen ist
nicht mehr der Originalrahmen; die Karte ist in einen später
gefertigten, 5.5 cm breiten schmucklosen Holzrahmen eingespannt.
Sie ist im Kartenmuseum der Landvermessungskommandantur Ankara aufbewahrt;
ihr Maßstab beträgt 1 : 37.500, und ihre Ausmaße belaufen
sich auf 74 x 106.5 cm.
Reliefkarte von Plevne und den Militärstellungen
:
Besonderheiten
: Diese sehr schlicht gehaltene Karte zeigt die Stadt Plevne
sowie die bei der Verteidigung von Plevne im Jahre 1877
von osmanischen und ihnen gegenüber von russischen Truppen
eingenommenen Stellungen.
Sie stellt wahrscheinlich die erste angefertigte Karte dar und ist
im Vergleich zu den übrigen Landkarten in sehr kleinem Maßstab
gehalten. Von dieser Karte existieren zwei Versionen; die
zweite ist in Nachahmung der ursprünglichen Fassung aus
Gips hergestellt. Es ist möglich, daß im Laufe der Zeit
noch weitere Kopien auftauchen werden. Geografische Informationen
betreffende Schriftzüge sind direkt auf die Karte aufgetragen,
während die die Stellungen der Heere zeigenden Erklärung
in Relieftechnik gearbeitet sind.
Die linke obere Ecke der ursprünglichen Karte ist in einer Größe von
10 x 17 cm beschädigt. Diese linke obere Ecke fehlt; auch
ist die Karte nicht in einen Rahmen eingespannt. Ebenso
ist die Kopie an einigen Stellen beschädigt, aber die abgebrochenen
Teile sind vorhanden. Diese Kopie ist in einen Rahmen von
3 cm Breite eingespannt, der aus auf dünnes Holz aufgetragenem
Gips gefertigt wurde.
Neben den Stellungen der Armeen befindet sich eine Abbildung der Stadt
Plevne. Um die Stadt herum wird die Aufstellung der osmanischen
Heereseinheiten gezeigt, die ihrerseits wiederum von sie
kreisförmig umgebenden russischen Heereseinheiten umzingelt
sind. Unterhalb dieser Stellungen ist an einigen Stellen
die Erklärung "Russische Armee" wiedergegeben.
Die linke obere Ecke der Karte zeigt in einem Halbmond die Schriftzüge
"Plevne und Armeestellungen - 1294"; an der rechten
oberen Ecke ist ebenfalls in einem halbmondförmigen Siegel
die Inschrift "bezeugt die Ehre des glorreichen Sieges
von Gazi Osman Pasa und seinen Truppen – 1294" (1878)
erhalten.
Insel Rhodos :
Die
Insel Rhodos liegt auf dem 36. nördlichen Breitengrad und
dem 26. östlichen Längengrad; ihre Oberflächenausdehnung
beträgt 1100 km2. Die dort lebende Bevölkerung umfaßt etwa
4000 Personen, von denen die Hälfte Muslime sind und die
andere Hälfte anderen Religionsgemeinschaften angehört.
Der Boden ist fruchtbar und die Landwirtschaft bringt gute
Erträge. Das Verwaltungszentrum ist die Stadt Rhodos.
Die linke untere Ecke der Karte zeigt ein sehr schön modelliertes Reliefbild
der Festung Hanya auf der Insel Kreta, während die rechte
untere Ecke ein ebensolches Modellbild der Festung Rhodos
auf der gleichnamigen Insel darstellt. In einem sehr eigenwillig
gehaltenen osmanischen Wappen, das sich genau in der Mitte
des unteren Abschnittes der Karte zu beiden Seiten hin verlängert,
finden wir auf diese Karte bezogene Inschriften und Informationen
über ihre Herstellungsweise. Das Wappen wurde in der Schule
für Kriegswesen und Armeeführung gedruckt. Die berühmte
Reliefkarte der Inseln Kreta und Rhodos wurde vom in der
gleichen Schule als Hilfslehrer für die Unterrichtseinheit
"Struktur von Grund und Boden", tätigen Leutnant
Halil angefertigt. Neben den auf das Jahr 1301 (1895) zu
datierenden Schriftzügen finden sich unterhalb dieses Wappens
in einer schön gearbeiteten Umrahmung weitere Schriftzüge,
die die Namen von auf der Karte verzeichneten wichtigen
Orten in der Reihenfolge der ihnen gegebenen Nummern auflisten.
Die Karte ist von zwei ineinander greifenden Rahmen eingefaßt. Der
6 cm breite dekorierte Innnerahmen und der 12 cm breite,
aus Holz gefertigte vergoldete Außenrahmen, der an seinen
Ecken noch mit Stuck verziert wurde, sind als mit einem
Schutzglas versehene Originalrahmen anzusehen. Der innere
Rahmen zeigt an den vier Ecken jeweils einen aus Holz geschnitzten
Halbmond. Ein mit derartigen Halbmonden verzierter Rahmen
findet sich auch bei der Reliefkarte der "Region Teselya",
die in der Schule für Kriegswesen und Armeeführung aufbewahrt
ist.
Die o.e. Karte findet sich im Landkartenmuseum der Kommandantur für
Landkarten- und Vermessungswesen. Das Datum der Archivierung
ist 1883. Der Maßstab der Karte beträgt 1 : 250.000; ihre
Ausmaße sind 78.5 x 119.5 cm.
Karte des osmanischen Europa, in Stickerei
gefertigt :
Besonderheiten : Diese gestickte Karte des osmanischen Europa zeigt
die osmanischen Ländereien in Europa zu Beginn des 20. Jhs.
Sie ist ein sehr schönes Beispiel für die Kartenkunst. Die
weite geografische Ausdehnung des Osmanischen Reiches wurde
hier auf Samtstoff mit Seidenfäden von Hand gearbeitet.
Auch die Schriftzüge sind mit der gleichen Sorgfalt in derselben
Weise von Hand hergestellt.
In einem sich am rechten unteren Rand der Karte befindenden Wappen
sind die Kilometerangaben (50, 75, 100 km) und darunter
das Schriftzeichen "Osmanisches Europa" angebracht
Unterhalb dieser Angaben finden sich Informationen zu den
Personen, die diese Karte gefertigt haben.
Als Rahmen dieser bestickten Karte dient ein am oberen und unteren
Rand jeweils 10 cm und am rechten sowie am linken Rand jeweils
8 cm überstehender Stoffstreifen aus braunem Seidensamt
(Brokat). Das Ausmaß dieses Brokatstoffes ist 85 x 121 cm.
Den oberen Rand diese Stoffstückes ziert ein etwa 10 cm
breiter, aus Holz gefertigter vergoldeter Aufhänger; am
unteren Rand ist ein zylinderförmiges Messinggewicht angebracht.
Die Mitte des am oberen Rand befestigten Aufhängers ziert
ein als Halbmond gearbeitetes Metallstück, das die Form
von Eichenzweigen hat; das Innere dieses Mondes ziert das
osmanische Wappen mit dem Sultanssiegel Abdülhamits II.
Diese Karte zeichnet sich nicht nur als ein eigenständiges
und besonders schönes Kunstwerk aus, sondern zeigt auch
die während der Jahre 1903-1923 der Türkei verloren gegangenen
Gebiete, ist also ein Dokument von historischem Wert.
Die Karte befindet sich in der Kommandantur des Militärmuseums in Istanbul,
archiviert unter Nr. 807. Das Datum ihrer Anfertigung ist
1903; ihre Ausmaße betragen 65 x 104 cm.
Von Hand gestickte Karte der Dömeke-Schlacht
:
Informationen darüber, daß diese Karte die Beschreibung der Dömeke-Schlacht
darstellt, wurden den Quellen entnommen.
Besonderheiten : Diese Karte stellt ein von Hand gearbeitetes, in Erinnerung
an die Schlacht von Dömeke gesticktes Werk dar, das in Seidenfäden
auf Brokat gehalten ist. Der 10 cm breite, lackierte, schön
geschnitzte Holzrahmen bildet eine harmonische Ergänzung
zur eigentlichen Karte.
Das Ausmaß des in den Rahmen gespannten Kartenbildes wird in der Größe
66 x 82 cm angegeben, wobei ein hellblaues Stück Karton
als Untergrund der Karte in den Rahmen eingespannt und auf
diesem das eigentliche ellipsenförmige Stoffstück in der
Größe von 51.5 x 62 cm befestigt wurde. Den oberen Teil
ziert das Sultanssiegel Abdülhamits II., und darunter ist
in einem halbmondförmigen Wappen der Schriftzug "Der
berühmte Abdülhamit, ein Held wie die Helden der Schlacht
von Badr" zu lesen. Das gesamte Innere des ellipsenförmigen
Bildes ist mit einem sehr schön gearbeiteten osmanischen
Wappen versehen. Genau in der Mitte befindet sich ein kleiner
brauner Rahmen mit den Ausmaßen von 24 x 18 cm, der in der
Form eines Ölzweigs gearbeitet ist, und innerhalb dieses
Rahmens ist das in Ölfarbe gefertigte Kartenbild zu betrachten,
auf dem sich uns Hügel und Bäume zeigen, davor drei die
Pferde ihrer Kommandanten haltenden Pferdediener (die jeweils
zwei Pferde an den Zügeln führen); der linke Rand zeigt
eine Kanonenprotze, davor die getreu ihre Dienstpflichten
erfüllenden Soldaten und die treffsicher arbeitenden Geschütze,
ferner die Aufstellung der Kanonen sowie Kommandanten und
Kanoniere, die bereit sind, neue Anweisungen entgegen zu
nehmen. Auf diesem Rahmen ist genau in der Mitte ein weiteres
osmanisches Wappen angebracht.
Das Kartenbild befindet sich in der Kommandantur des Militärmuseums
in Istanbul, archiviert unter Nr. 10095. Das Fertigungsdatum
dieser Karte ist mit 1900 angegeben; ihre Ausmaße betragen
66 x 82 cm.
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